Montag, 06 Feb 2012
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Die "Ware" Welpe PDF Drucken E-Mail

Der Welpe vom Fließband

Kennen Sie das auch? Sie sind auf dem Weg zu U-Bahn, betreten die U-Bahnstation und auf den Treppen sitzt eine Frau, oft anzutreffen mit einem Kind auf dem Schoss, mit traurigem Blick und ausgestreckter Hand, bettelnd um Geld. Seit neuestem treffe ich diese Damen nicht zwingend mit einem Kind an, sondern mit einem kleinen Welpen auf dem Schoß. In allen Farben, in diversen U-Bahnstationen, immer viel zu jung und vorallem: IMMER ein Welpe. Egal wie oft ich die Dame in der Station sehe, der Welpe wird nicht älter, bleibt immer gleich, Wochen lang, Monate lang.
Da fängt man an zu denken, oder nicht?

Wo kommt der kleine hin, wenn er größer wird... sofern er die Chance bekommt, größer zu werden... Wo verbringt er die Nacht.... wo kommt er überhaupt her?

Mir kommt vor, zurzeit bekommt man an jeder Hausecke kleine Welpen zum Verkauf angeboten. Neulich, am Naschmarkt, hat man mir im vorbeigehen ein kleines fiepsendes Wollknäuel unter die Nase gehalten. Angeboten wie ein Stück Fleisch. Toll sei er, reinrassig, und billig - aha? und?

Mir stößt diese Art des Handels, des Handels mit Lebewesen sauer auf. Was steht denn dabei im Vordergrund? Das Lebewesen? Wohl kaum!

Beim Recherchieren im Inernet stieß ich auf einen Artikel von "Vier Pfoten", inklusive aufschlussreichem kurzen Film.

Einen Auszug möchte ich hier gerne zitieren:

"Die Hundemafia – das schmutzige Geschäft mit der "Ware" Tier


Hundeelend

In Massenzuchtanlagen geboren und ohne Chance auf ein leidfreies Leben, so geht es vielen Welpen, die dazu bestimmt sind von "Hundeproduzenten“ irgendwo in Europa verkauft zu werden. Dort werden sie in finsteren und schmutzigen Unterkünften gehalten und bekommen unzureichend Wasser und Futter. Darüber hinaus werden die äußerst sozialen Tiere meist viel zu früh von ihren Muttertieren getrennt. Die kleinen Hunde haben keinerlei sozialen Kontakt und bekommen keine Zuneigung – weder von Menschen, noch von ihrer eigenen Mutter, die, zur "Gebärmaschine“ degradiert, ohnehin auch viel zu schwach dazu ist.


Eingepfercht zum Kunden

Wenige Wochen nach der Geburt werden die Welpen in Kisten, Katzentransportboxen oder Taschen gepackt. Ohne Nahrung und genügend Wasser, eingeengt – häufig ohne Licht und ausreichende Luftzufuhr – stehen die Kleinen große Ängste durch. Dann werden sie nicht selten über Hunderte von Kilometern – zum Teil ins Ausland – zu den Hundemärkten, Hundehandlungen oder anderen Verkaufsplätzen transportiert. Dort angekommen werden sie völlig geschwächt den Interessenten präsentiert. Entzückt von den süßen Welpen, entscheiden sich die Kunden viel zu schnell für den Kauf. Dabei ahnen sie nicht, dass die Tiere weder ausreichend geimpft, noch gechipt und entwurmt sind. Darüber hinaus sind die Papiere häufig gefälscht und die Herkunftsangaben entsprechen meist nicht der Wahrheit.


Kranke, verstörte Hunde

Schon nach kurzer Zeit können große Probleme auftreten. Viele der Tiere werden krank, sind verstört und manchmal sogar aggressiv. Kein Wunder, denn durch die nicht artgerechte Haltung hatten es die Welpen in den ersten Wochen, ihrer sozialen Prägungsphase, nicht leicht. Für viele betrogene Hundekäufer stellt der Tierarztbesuch die letzte Hoffnung dar. Wenn dieser feststellt, dass der Hund krank ist, ist es oft schon zu spät. Trotz hoher Behandlungskosten sterben viele Tiere oder müssen vom Tierarzt eingeschläfert werden.


Skrupelloser Welpenhandel

Der Handel mit Welpen ist in den letzten Jahren enorm gestiegen. Das Angebot an jungen Hunden aus Osteuropa ist weitaus größer als die Nachfrage. Der Welpenhandel hat viele Facetten, und die "Hundevermehrer“ machen ein gutes Geschäft: Touristen aus Österreich, Deutschland oder den Niederlanden kaufen die Tiere zu extrem niedrigen Preisen auf den vielen Hundemärkten in Ungarn oder anderen osteuropäischen Ländern. Doch auch in Österreich, Deutschland, der Schweiz oder den Niederlanden floriert das Geschäft; die Tiere werden u.a. aus Ungarn importier

Ob im Laden, neben Wochenmärkten oder auf einem Parkplatz aus dem Kofferraum heraus – der gewissenlose Handel mit Welpen blüht fast überall!

VIER PFOTEN wurde Videomaterial zugespielt, das die Machenschaften eines angeblichen Privatzüchters aus Österreich dokumentiert. Die Bilder zeigen die Dimensionen des Welpenhandels."


Hier gehts zum Video

Hier gehts zum Artikel auf der Vier Pfoten Website

Quelle: www.vier-pfoten.at


Was also können wir tun?

Was kann man als verantwortungsbewusster Hundehalter oder Hundeinteressent tun? Das wichtigste:

Augen auf beim Welpenkauf

Kaufen Sie niemals einen Welpen an der Hausecke, aus einem Kofferraum, auf einem Wochenmarkt, in Tierhandlungen, in der U-Bahnstation, etc.

Bedenken Sie: mit jedem Welpen, auch wenn er noch so arm ist und Sie noch so treuherzig anguckt, unterstützen Sie die grausamen Machenschaften. Solange wir diese Welpen kaufen, werden Sie immer weiter "produziert". Und das kann niemand von uns wollen, oder doch?

Seien Sie kritisch!

In der Hoffnung auf viele verantwortungsbewußte Hundehalter
Almut Windisch
© März 2008

Comments

avatar Andrea
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Ich denke "jeder" weiß inzwischen, dass man keine Welpen aus dubiosen Quellen nehmen soll - ABER LEIDER: in der Praxis sieht es noch immer so aus, dass viele Welpenkäufer "Geld sparen" wollen bzw. ihnen ein "armer Welpe so leid getan hat", sodass nach wie vor den skrupellosen Vermehrern und Händlern ihre "Ware Hund" (*kotz*) abgekauft wird ...

Man kann nur immer wieder aufklären, Missstände aufzeige und nochmals AUFKLÄREN!
Deshalb sollte jede Hundeschule auch auf ihrer HP AUfklärungsarbeit leisten!!!
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